Von Thorsten Schrieber, Vorstand bei der DJE Kapital AG

Und sie bewegt sich doch

Besteht doch noch Hoffnung für das deutsche Rentensystem? Die geplante Aktienrente wäre zumindest ein sinnvoller Ansatz, um das bisherige Umlageverfahren zu ergänzen – mit Gestaltungsraum für individuelles Sparen.

Die Rente – sie ist wohl die Heilige Kuh der deutschen Gesellschaft. „Denn eines ist sicher: die Rente“ ließ der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm 1986 landauf, landab an Litfaßsäulen plakatieren. Sie muss es auch sein, weil das Eingeständnis, dass unser Rentensystem auf tönernen Füßen steht, jede deutsche Regierung, egal welcher Couleur, in enorme Schwierigkeiten bringen. Allein angesichts der steigenden Anzahl an Rentnerinnen und Rentnern – Stichworte: demographischer Wandel. Also spendieren deutsche Regierungen reichlich Steuergeld, weil die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingezahlten Rentenabgaben seit Längerem nicht ausreichen. 2021 waren es rund 77 Mrd. Euro bzw. 18,6% des Haushalts. Zum Vergleich: Es handelt sich um den zweitgrößten Einzelposten – doppelt so viel, wie wir für Infrastruktur und Verkehr ausgeben, und etwa viermal so viel, wie wir für Bildung aufwenden. Nur die Bürokratie, die „allgemeine Finanzverwaltung“, lässt sich Deutschland noch mehr kosten als die Rente. Man könnte zu dem Schluss kommen, nicht die Jugend und ihre Bildung seien unsere Zukunft, sondern der abgesicherte Lebensabend.

Reformflaute seit den 1970ern

Was allerdings zu denken gibt: Man weiß seit den 1970er Jahren, dass das Umlageverfahren nicht mehr ausreicht, um die Rente zu finanzieren. Getan hat sich seither aber nicht viel, wenn man von fantasievollen Finanzierungsinitiativen wie der Einführung der Ökosteuer absieht, die dem Haushalt seit 1999 zufließt, das Tanken teurer macht und die nicht zweckgebunden ist. Ein Schelm, wer hier an eine Querfinanzierung der Rente denkt. Und natürlich die Rentenreform der Regierung Schröder: Diese hob 20xx die Regelaltersgrenze stufenweise an, sodass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nach 1964 geboren sind, ihre volle Rente erst mit 67 Jahren antreten können. Ohne diese Reform wäre die Schieflage im deutschen Rentensystem noch schlimmer. Aber: Sie reicht nicht aus, um das Problem der zunehmenden Unterfinanzierung zu lösen. Schließlich gehen immer mehr Menschen in Rente als geboren werden bzw. neu ins Berufsleben eintreten. Die Überforderung der jüngeren Generationen zu stoppen oder zumindest zu mildern ist daher eine der drängendsten gesellschaftlichen Aufgaben der nächsten Jahre.

Schweden als Vorbild

Mit dem Plan einer Aktienrente nach schwedischem Vorbild bringt die Ampelkoalition nun eine neue Initiative ins Spiel. In Schweden gibt es vereinfacht gesagt drei Arten staatlicher Rente: die Garantierente für Menschen, die nur ein geringes oder kein Einkommen hatten, die einkommensbasierte Rente, für die 16% des rentenfähigen Einkommens vom Lohn abgezogen werden, und die Prämienrente. Diese ist der springende Punkt. Denn für diese Rente zieht der Staat seit rund 20 Jahren zusätzliche 2,5% des rentenfähigen Einkommens ab – und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Wahl zwischen verschiedenen Fonds. Wird keiner ausgewählt, fließt das Geld in den AP7 Såfa. Dieser offensive Mischfonds investiert überwiegend am Aktienmarkt und zu einem geringeren Teil in Anleihen. Seine Rendite von ca. 10% p.a. (1) treibt vermutlich jedem verantwortlichen deutschen Arbeitsminister Tränen in die Augen.

Kursgewinne mit laufenden Erträgen kombinieren

Dabei ist es eigentlich keine Überraschung, dass ein solches Potenzial im Aktienmarkt steckt. Blicken wir weit zurück bis ins Jahr 1900: Auf US-Dollar-Basis haben weltweite Aktien für eine Rendite von 5,5% p.a. gesorgt – und das trotz zweier Weltkriege, mehr als nur einer Wirtschaftskrise und vor allem: nach Abzug der Inflation! Deutsche Aktien hätten auf dieser Grundlage rund 3,7% erbracht und US-amerikanische stolze 6,6% (2). Mögliche Kursgewinne sprechen langfristig für die Aktienanlage, doch sie unterliegt kurzfristig auch immer wieder Schwankungen.

Bringen wir darum noch eine weitere Komponente mit ins Spiel, die Aktien attraktiv macht, und zwar das Thema Dividenden. Viele Unternehmen beteiligen ihre Aktionäre direkt am Geschäftserfolg, indem sie einen Teil der Gewinne ausschütten. Wahrscheinlich ist nur wenigen Privatanlegern bewusst, dass diese freiwilligen Ausschüttungen von Unternehmen einen wesentlichen Teil der Gesamtrendite von Aktien darstellen. Am stärksten gilt das für europäische (und auch deutsche) Aktien. Hier machen Dividenden seit 2001 im Durchschnitt über zwei Drittel der Aktienrendite aus, Kursgewinne etwa ein Drittel. Von Dividenden haben beide etwas, Unternehmen und Anleger: Unternehmen wollen Aktionäre an sich binden und zu weiteren Anteilskäufen motivieren. Somit haben sie ein starkes Interesse daran, zuverlässig eine hohe Dividende auszuschütten. Regelmäßige Ausschüttungen machen die Aktie daher als Kapitalanlage interessant – zumal wenn die Unternehmensgewinne und Börsenkurse stärker schwanken.

Für Anleger wiederum, die für ihr Alter vorsorgen wollen, ist eine hohe Dividendenrendite vor dem Hintergrund von Niedrigzins und der „sicheren“ gesetzlichen Rente vielversprechend. Zur Veranschaulichung: Unser ausgewogener Mischfonds DJE – Zins & Dividende setzt auf dieses Potenzial und kombiniert es mit laufenden Erträgen aus Dividenden und den Renditen hochwertiger Anleihen, wobei diese mindestens 50% des Portfolios ausmachen. Allein mit seiner Ertragskomponente sollte der Fonds im laufenden Jahr geschätzt 2,9% Rendite erzielen. Hinzu kommen mögliche Kursgewinne, sodass der Fonds auf eine durchschnittliche jährliche Rendite von rund 5,5% seit seiner Auflage kommt (3). Die durchschnittliche Inflationsrate betrug seit 2011 ca. 2,14% in Deutschland (4). Damit wäre also ein ordentliches Plus übriggeblieben.

DJE – Zins & Dividende: rollierende Wertentwicklung über fünf Jahre (3)

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An Aktien führt kein Weg vorbei

Für den im internationalen Vergleich als sehr vorsichtig geltenden deutschen Anleger sollte dies eine mögliche Alternative zu Tagesgeld und Sparbuch sein. Blickt man auf die fast schon vergnügungssteuerpflichtigen Zinsen, die ein Sparbuch heute hergibt, oder auf die in der Bankenlandschaft weithin gesellschaftsfähig gewordenen Strafzinsen für nichtangelegtes Geld auf dem Konto, kann man nur immer wieder betonen: An Aktien führt auch zur finanziellen Alterssicherung langfristig kein Weg vorbei, egal in welcher Anlageform: ob Fonds, fondsgebundene Versicherung, ETF oder Vermögensverwaltung. Und das gilt im Kleinen für Privatanleger wie im Großen – für die mögliche Rentenreform der Ampelkoalition.

 

Zum Fondsprofil DJE – Zins & Dividende

 

  1. AP7 Jahresbericht 2020.
  2. Credit Suisse Research, September 2021.
  3. DJE Kapital AG, 28.02.2022. Auflage DJE – Zins & Dividende PA: 10.02.2011. Berechnung nach BVI-Methode (inklusive aller laufenden Kosten auf Fondsebene, ohne Berechnung des einmaligen Ausgabeaufschlags). Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.
  4. Durchschnittliche Inflation in Deutschland seit 2011: Statista.

 

 

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