Gedrückte Erwartungen

Energiepreise, Inflation und steigende Leitzinsen nahmen die Märkte in die Zange und drückten die Geschäftserwartungen sowie das Konsumklima. Die Aktienkurse gaben auf breiter Front nach, während die Renditen für Anleihen deutlich stiegen.

Der September hat den internationalen Aktienmärkten tiefrote Ergebnisse beschert. Der deutsche Aktienindex DAX büßte -5,61% ein und der breite europäische Index Stoxx Europe 600 verlor -6,57%. In den USA gab der S&P 500 -6,89% ab. Die mit -11,37% deutlichsten Verluste fuhr der Hongkonger Hang Seng Index ein. Insgesamt fielen weltweite Aktien, gemessen am MSCI World, um -7,02% – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Inflation, steigende Zinsen, falkenhafte Äußerungen wichtiger Zentralbankmitglieder und die anhaltende Energiekrise in Europa schickten die Börsen im September in den Keller. Im Euroraum stieg die Inflation im September weiter (+0,9%) und erreichte die Marke von 10,0% gegenüber dem Vorjahresmonat. Maßgeblicher Inflationstreiber waren die Energiepreise, welche sich gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich verteuerten.

Die Zuversicht der Wirtschaftsteilnehmer besonders in Deutschland, aber auch in Europa, ist im September erneut gesunken. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex, der einen Mittelwert zwischen der Beurteilung der gegenwärtigen Geschäftslage und den Erwartungen darstellt, ist von 88,6 auf 84,3 Punkte gefallen und hat sich somit deutlich verschlechtert. Dabei hat sich der Abstand zwischen der Beurteilung der gegenwärtigen Lage (94,5) und den Erwartungen (75,2) stark ausgeweitet. Die Erwartungen nähern sich dem Niveau von April 2020, also der Hochphase des Corona-Einschnitts. Grund dafür sind die stark gestiegenen Energiepreise, vor allem für das produzierende Gewerbe, das seine Wettbewerbsfähigkeit bedroht sieht. Hinzu kommt die Konsumstimmung (und die damit verbundene Kaufzurückhaltung), die laut dem deutschen Marktforschungsinstitut GfK auf ein neues Rekordtief gefallen ist – den tiefsten Stand seit 1991.

Angesichts der hohen Inflation in der Eurozone hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen im September um 75 Basispunkte auf 1,25% angehoben. Außerdem kündigte EZB-Präsidentin Christine Lagarde an, die „Inflation mittelfristig auf 2% zurückzubringen“ und die Leitzinsen auf der kommenden EZB-Sitzung im Oktober weiter anzuheben. In den USA hob die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen im September zum dritten Mal in Folge (nach Juni und Juli) um 75 Basispunkte auf die jetzige Spanne von 3,00 bis 3,25% an. Da die Geldpolitik der Fed entschlossener wirkt als die der EZB, konnte der US-Dollar gegenüber dem Euro weiter aufwerten. Die Gemeinschaftswährung unterschritt im September die Parität zum Greenback und notierte zum Monatsende bei 0,98 USD. Zu Jahresbeginn war ein Euro noch 1,13 USD wert.

An den Rentenmärkten machten sich die Inflation und die Geldpolitik der Zentralbanken durch stark steigende Renditen bemerkbar. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit 2,10% zum Monatsende um 57 Basispunkte höher als zu Monatsbeginn. Die Renditen ihrer US-amerikanischen Pendants stieg um 64 Basispunkte auf 3,83%. Gold konnte angesichts des deutlich aufwertenden US-Dollars seiner traditionellen Rolle als Krisen- und Inflationsanker nicht gerecht werden. Der Preis für die Feinunze fiel um fast 3% auf 1.696 USD.

 

 

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